La Fonderie – Die Genießerei

Leider hat das La Fonderie, welches unter dem Namen Miro auch mit neuem Konzept durchstarten wollte, seit Frühjahr 2017 geschlossen. Sehr schade, aber wir sind uns sicher wir werden wieder von den beiden hören. Sicher nicht gleich heute, aber irgendwann.

Am Sonntag empfingen Minh Chau Le Thi und ihr Mann und Mitinhaber Robert Günther die ersten Gäste in ihrem liebevoll hergerichteten Restaurant „La Fonderie – Die Genießerei„.

Das Eckgebäude gehörte einst zur Landmaschinenfabrik Rudolph Sack, später in der DDR zum VEB Bodenbearbeitungsgeräte „Karl Marx“ Leipzig und war noch vor ein paar Jahren in einem Zustand des totalen Verfalls. Lange tat sich nichts an Gebäude, obwohl ringsum fleißig renoviert und restauriert wurde. Nun hat sich wohl auch jemand gefunden der dieser Ecke neues Leben einhauchte.

Die Giesserstr 12 Damals und Heute

Das Haus damals und heute (Quelle: Links Screenshot Google Streetview, rechts Ich

Unterstützt durch die renommierte schweizer Innenarchitektin Ushi Tamboriello wurde das Innere des Restaurants mit offenen Ziegelwänden, Retrosesseln und stylischen Vintagelampen hergerichtet. Viele liebevolle Details erweitern den Gesamteindruck und man fühlt sich auf Anhieb sehr wohl in diesem Ambiente. Was nicht zu letzt auch an dem netten Empfang einer sichtlich nervösen Inhaberin lag. Die Aufregung legte sich aber spürbar als die ersten Gäste das Restaurant bevölkerten.

La Fonderie Innen

La Fonderie Innen

Wir hatten reserviert und nahmen an einem der runden Tische platz. Diese Tische sind bewusst größer geplant als normale Rundtische aber selbst zu 2. statt zu 4. wurde es schon ziemlich eng auf dem hölzernen Rund. Wenn man auf die eckigen Tische schaut geht das Platzkonzept mit den langen selbstgebauten Brettern für die kleinen Schälchen mit Dips und Co und den mächtigen gußeisernen Richauds besser auf.

Runder Tisch voller Leckereien.

Runder Tisch voller Leckereien.

Eckiger Tisch voller Leckerein

Eckiger Tisch voller Leckerein

An dem Konzept eines Fonduerestaurants gefällt mir auf jeden Fall die Schnelligkeit. Die Köche können alles top vorbereiten und so muss man echt nicht lange auf frisches Essen am Tisch warten. Kochen bzw. garen tut der Gast hier ja überwiegend selbst.

Als Separée umfunktioniert steht ein Glashaus mitten in der La Fonderie. Das „Gewächshaus“ kann man separat für kleine Feiern oder private Dining reservieren. Cool sind die kleine Lüster die dem ganzen einen edlen Hauch verpassen.

Wer im Glashaus sitzt...

Wer im Glashaus sitzt…

Kommen wir aber mal zum wichtigsten – dem Essen.

Wenn man in der Speisekarte blättert und die Preise erspät erschrickt man kurz etwas, denn gute 16 Euro für ein Käsefondue und reichlich 27 Euro für die gemischte Fleischvariante, bei der man zwischen Öl und Brühe wählen kann, erscheinen auf den ersten Blick recht üppig. Da wir auch die ersten Gäste waren hatten wir auf den benachbarten noch leeren Tischen keine Möglichkeit zu spionieren wie groß die Portionen ausfallen. Überhaupt wussten wir nicht wie das Konzept umgesetzt wird und was uns in den nächsten 1 bis 2 Stunden erwartete würde. Wir ließen uns also überraschen.

Die Bar

Die Bar

Der Service war sehr aufmerksam und perfekt auf den Eröffnungstag vorbereitet. Alles wurde ohne Nachfrage super erklärt und trotz Stress konnte man dem freundlichen Personal auch Fragen stellen. Die Chefin war auch stets präsent und nahm sich für alle Gäste Zeit. Ihr Mann Robert griff dem Service mit unter die Arme und war auch an vorderster Front dabei um die Gäste persönlich zu bewirten.

Feinstes Fleisch

Feinstes Fleisch

Zurück zum Essen – Ruckzuck wurde der Tisch mit Geschirr und Platten vollgestellt und es sollte endlich los gehen mit unseren Fondue.
Conny hatte eine Käsefondue gewählt und ich die gemischte Fleischversion mit fantastischem Rind, feinstem Schwäbisch-Hällischen-Landschwein und glücklichen Kikok-Hähnchen. Die Qualität des Fleisches allein war schon grandios und bei Fleisch bin ich ein Purist und mit hätte das gereichte Salz schon gereicht, aber die Dips unter anderem ein traumhaftes Aioli und eine bombastische BBQ Sauce muss man einfach probiert haben. Conny und ich hätten die Schüsselchen am liebsten ausgeleckt.

Halber Meter Dips

Halber Meter Dips

Ihr kennt mich, irgendwas zu meckern habe ich doch meistens. In der La Fonderie hatte ich dennoch nur einen Kritikpunkt und das waren die Mixed Pickels. Sie passen einfach nicht in das Gesamtbild, alles ist von feinster Qualität und wird von den Köchen selbst zubereitet. In meinen Augen war dieses sauer eingelegte Gemüse einfach überflüssig und unnötig denn es gab ja einen Salat mit einem fein abgeschmeckten Dressing und auf meiner Fleischplatte tummelte sich auch noch allerlei frisches Gemüse.

Der Salat

Der Salat

Ich war einfach total glücklich, tolles Ambiente, feines Essen, zartes Fleisch und perfekt temperierter Wein. Was will man mehr? Richtig, ein Dessert sollte diesen Abend abrunden. Ich habe noch nie eine Créme Brûlée gegessen, stand seit Ewigkeiten auf dem Plan aber irgendwie kam es noch nie zu diesem Genuss. Was soll ich sagen? Ich hätte weinen können, so lecker war dieses Dessert welches von einer Kugel Mango-Sorbet begleitet wurde die mich einfach nur begeisterte.

Creme Brulee

Creme Brulee

Fazit

Wow, das Budget haben wir leicht überschritten, denn fast 80€ für 2 Personen geben wir auch nicht jeden Tag aus. Allerdings war es die Eröffnung eines in Leipzig und darüberhinaus einzigartigen Restaurants welches ich schon in der Baustellenphase kennen lernen durfte. Und außerdem gönnt man sich sonst ja nichts. Am Ende sind wir aber satt und sehr glücklich nach Hause gelaufen. Der Name „Die Geniesserei“ steht nicht umsonst im Namen. Die Portionen erscheinen auf den ersten Blick nicht sehr groß, aber dafür ist wirklich jede Zutat von feinster Qualität und damit ihr Geld 3x wert. Die La Fonderie bekommt von uns eine klare Empfehlung und wir werden definitiv gerne wieder dort einkehren. Ich muss doch noch die Fondue mit Fisch & Meeresfrüchten probieren und auch mal statt Öl eine Brühe versuchen.

 

La Fonderie – Die Geniesserei
Gießerstraße 12 / Ecke Weißenfelser Str.
04229 Leipzig

Web: www.la-fonderie.de
Facebook: fb.com/lafonderie.de
e
Mail: info@lafonderie.de
Telefon: +49 176 23489256


Mittags ist von Montag bis Freitag von 11:30 – 15:00 Uhr geöffnet, in dieser Zeit wird eine spezielle Mittagskarte angeboten welche sich am Streetfoodkonzept orientiert und diverse Überraschungen parat halten wird.

Weiterhin ist die Geniesserei von Montag bis Samstag in der Zeit von 17:30 – 00:00 Uhr geöffnet, Küchenschluss ist 22:00 Uhr. Sonntags wird nur für Gruppenreservierungen geöffnet.

 

Weitere Artikel: Lecker Fondue gefällig?

4 comments for “La Fonderie – Die Genießerei

  1. Anna
    9. September 2015 at 19:58

    Immer wieder gern stöbere ich auf den Seiten des anspruchsvollen Essers. Allein die Anspruchslosigkeit seiner Rechtschreibung und vor allem der Kommasetzung lässt mich ebenso häufig kopfschüttelnd zurück. SCHADE.

    Anna

    • 10. September 2015 at 06:58

      Hallo Anna,

      nenne mir doch einfach ein Beispiel damit ich es selbst sehe und gegebenenfalls ändern kann.

      Liebe Grüße,

      Daniel

    • 14. September 2015 at 08:05

      Stimme ich voll zu.

  2. Anna
    11. September 2015 at 13:25

    Hallo Daniel,

    ich habe Dir eine Nachricht per Kontaktformular zukommen lassen.

    Anna

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